Bundesweite Fördermittel Digitalisierung: BAFA, KfW und ZIM im Überblick
go-digital ist Ende 2024 ausgelaufen. Bund und EU fördern die Digitalisierung von KMU aber weiter. Es gibt Zuschüsse, Förderkredite und Coaching.
Die folgenden Programme gelten bundesweit. Jedes hat eigene Voraussetzungen, etwa zu Branche, Größe oder Alter des Unternehmens. Ob sich ein Programm mit Landesprogrammen kombinieren lässt, regelt die jeweilige Richtlinie.
BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen
ZuschussZuschuss zu einer Beratung durch einen beim BAFA registrierten Berater. Gefördert werden Fragen der Unternehmensführung, auch zur Digitalisierung. Geeignet als erster Schritt für ein Konzept.
80 % von höchstens 3.500 € Beratungskosten in den neuen Bundesländern sowie in den Regionen Lüneburg und Trier, also bis 2.800 €. In den übrigen alten Bundesländern, in Berlin und in der Region Leipzig 50 %, also bis 1.750 €. Anträge sind bis 31.12.2026 möglich. Ein Nachfolgeprogramm ist noch nicht veröffentlicht.
Betrag
bis 2.800 €
KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung (511, 512)
KreditFörderkredit für Digitalisierungsvorhaben, etwa Software, Hardware, Prozesse und Schulung. In höheren Förderstufen gibt es zusätzlich einen Zuschuss von 3 % oder 5 % des Kredits. Antrag über Ihre Hausbank vor Beginn des Vorhabens.
Betrag
ohne Mindestbetrag
ZIM: Innovationsprogramm Mittelstand
ZuschussZuschuss für Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit technischem Risiko, etwa neue KI-Verfahren. Seit 07.07.2026 nimmt das BMWE keine Anträge an. Angestrebt ist eine Wiederöffnung Anfang 2027, abhängig vom Bundeshaushalt.
Betrag
Kosten bis 690.000 €
INQA-Coaching
BeratungCoaching zu Personal und Arbeitsorganisation im digitalen Wandel. Gefördert werden bis zu 12 Tage. Der Tagessatz ist auf 1.200 € netto begrenzt. Start ist eine kostenlose Erstberatung bei einer INQA-Beratungsstelle.
Betrag
bis 11.520 €
Mittelstand-Digital Zentren
BeratungVom BMWE gefördertes Netzwerk mit kostenfreien Workshops, Analysen und Projektbegleitung. Kein Antrag nötig. Das Zentrum Handwerk endete am 30.06.2026, das Zentrum Chemnitz für Sachsen am 31.08.2026. Ein neues Netzwerk ist ab 2027 geplant.
Betrag
kostenfrei
Für Handwerksbetriebe eignen sich die BAFA-Beratungsförderung für das Konzept und für die Umsetzung Landesprogramme oder der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW. Wer Pflegeeinrichtungen betreibt, kann zusätzlich den Zuschuss nach § 8 Abs. 8 SGB XI beantragen.
Digitalisierungsförderung nach Bundesland: Stand Oktober 2026
Neben den Bundesmitteln fördern die meisten Länder die Digitalisierung von KMU. Die Programme unterscheiden sich stark. Manche zahlen Zuschüsse, andere vergeben Kredite oder fördern nur Beratung. Mehrere Programme sind 2026 ausgelaufen oder für dieses Jahr ausgeschöpft.
In Bayern fördert der Digitalbonus.Bayern kleine Unternehmen mit bis zu 7.500 €. Für besonders innovative Vorhaben sind bis zu 30.000 € möglich. In Nordrhein-Westfalen fördert MID neue digitale Produkte und IT-Sicherheit mit bis zu 15.000 €. In Baden-Württemberg gibt es die Digitalisierungsfinanzierung der L-Bank, einen Förderkredit mit Landesprämie. Im Förderfinder oben sehen Sie die Details zu Ihrem Bundesland.
Bayern
Digitalbonus.Bayern
bis 30.000 €
Baden-Württemberg
Digitalisierungsfinanzierung (Kredit)
5 % Landesprämie
NRW
MID-Digitalisierung, MID-Digitale Sicherheit
bis 15.000 €
Brandenburg
BIG-Digital
bis 250.000 €
Sachsen-Anhalt
Digital Innovation, Antragsfenster ab 16.11.2026
bis 70.000 €
Mecklenburg-Vorp.
KI-Förderung (nur KI)
bis 50.000 €
Saarland
DigitalInvest KMU
bis 20.000 €
Schleswig-Holstein
DKU (unter 50 Beschäftigte)
bis 40 %
Hamburg
Hamburg Digital Check (Beratung)
bis 7.500 €
Hessen
DIGI-Beratung (nur Beratung)
400 € je Tagewerk
Rheinland-Pfalz
Betriebsberatungsprogramm (nur Beratung)
500 € je Tagewerk
Bremen
Digitaler Mittelstand KI
2026 keine Mittel
In Berlin, Niedersachsen und Thüringen gibt es derzeit keinen allgemeinen Digitalisierungszuschuss des Landes. Bei den offenen Landeszuschüssen liegen die Förderquoten zwischen 30 und 60 %. In Baden-Württemberg gibt es statt eines Zuschusses einen Förderkredit mit Landesprämie.
Ob sich ein Landesprogramm mit der BAFA-Beratungsförderung kombinieren lässt, regelt die jeweilige Richtlinie. Die BAFA fördert keine Beratung, die zusätzlich aus anderen öffentlichen Mitteln bezahlt wird. Fragen Sie vor dem Antrag bei der Förderstelle nach. Die Konditionen finden Sie im Förderfinder oben oder bei der Förderbank Ihres Landes.
Zuschuss Digitalisierung nach Branche: Pflege, Handwerk, Kanzleien
Neben den allgemeinen Fördermitteln für Digitalisierung gibt es Programme, die gezielt auf bestimmte Branchen zugeschnitten sind. Besonders die Pflege profitiert von einer eigenen Regelung (§ 8 Abs. 8 SGB XI), die Digitalisierung in zugelassenen Einrichtungen fördert.
Handwerk
Handwerksbetriebe können Landesprogramme nutzen, etwa den Digitalbonus.Bayern oder den Digitalisierungszuschuss der SAB in Sachsen. Für das Konzept kommt die BAFA-Beratungsförderung in Frage. Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk ist am 30.06.2026 ausgelaufen. Wie sich Förderung und Automatisierung im Handwerk konkret verbinden lassen, zeigen wir auf unserer Branchenseite.
Hausverwaltung & Kanzleien
Für Hausverwaltungen und Kanzleien gibt es keine eigenen Branchenprogramme. Hausverwaltungen können die allgemeinen Programme nutzen, etwa die BAFA-Beratungsförderung oder einen Landeszuschuss. Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater sind bei der BAFA nicht antragsberechtigt. Manche Landesprogramme schließen Freie Berufe aus, etwa der Digitalbonus.Bayern. Kosten, die nur eine gesetzliche Pflicht wie die E-Rechnung erfüllen, sind nicht immer förderfähig. Mehr zur E-Rechnung im E-Rechnungs-Ratgeber.
Was für 2027 feststeht
Stand 04.10.2026. Für 2027 stehen erst einige Punkte fest:
- BAFA-Beratungsförderung: Anträge sind bis 31.12.2026 möglich. Ein Nachfolger ist noch nicht veröffentlicht.
- ZIM: Seit 07.07.2026 nimmt das BMWE keine Anträge an. Angestrebt ist eine Wiederöffnung Anfang 2027, abhängig vom Bundeshaushalt.
- INQA-Coaching: Coaching-Schecks gibt es bis 30.06.2028.
- Pflege nach § 8 Abs. 8 SGB XI: Der Zuschuss gilt für Anschaffungen bis 31.12.2030.
- Digitalbonus.Bayern: Das Programm läuft bis 31.12.2027.
- BIG-Digital Brandenburg: Die Richtlinie gilt bis 30.06.2027.
- Bremen: Die Förderbank kündigt Informationen zu 2027 an.
- Mittelstand-Digital: Ein neues Netzwerk soll 2027 starten. Ob ein Zentrum für Sachsen dabei ist, ist offen.
Was APO Systeme für förderkonforme Projekte tut
Wir sind keine Förderberater. Wir bauen Automatisierungen und kennen die Unterlagen, die Förderstellen bei Digitalisierungsprojekten verlangen. Angebote und Projektdokumentation erstellen wir so, dass Sie sie für Ihren Antrag nutzen können. Ob ein Vorhaben gefördert wird, entscheidet die Förderstelle.
Transparente Kostenaufstellung
Jedes Angebot listet Leistungen und Kosten einzeln auf. So können Sie die Posten im Antrag zuordnen.
Nachvollziehbare Dokumentation
Projektberichte, Meilensteine und Abnahmeprotokolle für Ihren Verwendungsnachweis.
Zeitplanung mit Vorlauf
Wir berücksichtigen Bearbeitungszeiten der Förderstellen. Kein vorzeitiger Start.
Server in Deutschland
Alle Systeme laufen auf Servern in Deutschland (Hetzner).
Unsere Preise finden Sie unter Preise & Pakete. Ob ein Projekt förderfähig ist, hängt vom Programm ab. Der Digitalisierungszuschuss der SAB setzt zum Beispiel mindestens 5.000 € förderfähige Ausgaben voraus.
Digitalisierungsförderung beantragen: In 6 Schritten zum Zuschuss
Bedarf klären
Was genau soll digitalisiert werden? Welche Prozesse, welche Systeme? Je konkreter, desto besser für den Antrag.
Passendes Programm identifizieren
Nutzen Sie den Förderfinder oben. Prüfen Sie Bundesland, Branche und Unternehmensgröße.
Antrag stellen, vor dem Projektstart
Kein Vertrag, keine Rechnung, keine Anzahlung vor der Freigabe durch die Förderstelle. Auch keine mündliche Beauftragung.
Freigabe abwarten
Wann Sie beginnen dürfen, regelt jedes Programm selbst. Bei der BAFA ist es das Informationsschreiben der Leitstelle. Bei der SAB ist es die Bestätigungsmail zum Antrag. Bei anderen Programmen ist es erst die Bewilligung.
Projekt umsetzen
Dokumentation von Anfang an: Leistungsnachweise, Zeiterfassung, Rechnungen mit klarer Zuordnung.
Verwendungsnachweis einreichen
Nach Projektabschluss: alle Belege und Nachweise bei der Förderstelle einreichen. Dann wird ausgezahlt.
Fördermittel Digitalisierung: Fünf typische Fehler beim Antrag
Vorzeitiger Projektstart
Bei vielen Programmen gilt: Wer vor der Freigabe einen Vertrag schließt, bekommt keine Förderung. Auch eine mündliche Beauftragung ist ein Vertrag.
Falsche Kostenarten
Welche Kosten förderfähig sind, regelt jede Richtlinie selbst. Eigenleistungen und laufende Betriebskosten sind oft ausgeschlossen. Erstattet werden nur bewilligte Kosten.
Fehlende De-minimis-Erklärung
De-minimis-Beihilfen sind auf 300.000 € in drei Jahren begrenzt. Der Zeitraum ist rollierend. Fehlt die Erklärung oder ist die Grenze überschritten, kann die Förderung entfallen oder zurückgefordert werden.
Unvollständige Dokumentation
Fehlende Angebote, unklare Leistungsbeschreibungen, keine Meilenstein-Berichte: alles Gründe für Kürzungen.
Ausgelaufene Programme beantragen
go-digital und Digital Jetzt sind beendet. Auch Landesprogramme schließen, wenn die Mittel ausgeschöpft sind. Prüfen Sie den Stand immer auf der Seite der Förderstelle.